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Was hat ein Peitschenrad mit BDSM zu tun?

5. April 2021
Frau greift sich mit beiden Händen an den Hintern

Die Macht der Symbole

Symbole sind eine Form der Verständigung, für die keine Sprache notwendig ist. Das Symbol hat viele Bedeutungen. Es kann als Sinnbild verstanden werden oder als formelles Zeichen. Religionen haben Symbole, Sternzeichen ebenfalls. Da sie so vielseitig einsetzbar sind, findet man sie überall. Auch in der Liebe und im BDSM gibt es viele davon.

Das Herz – das Symbol der Liebe

Weltweit verstanden wird das Herz. Liebe und Freundschaft sind damit verbunden. Es entstand aus der stilisierten Darstellung von Feigenblättern und findet sich im 3. Jahrtausend vor Christus. Manche gelehrte Menschen, wie zum Beispiel der Psychologieprofessor Galdino Pranzarone, führt den Erfolg des Herz-Symbols auf den weiblichen Körper zurück. Die Rundungen repräsentieren das weibliche Hinterteil, das spitz zulaufende Ende die Vulva.

Symbole im BDSM

So ist es kein Wunder, dass es auch im BDSM Symbole gibt. Wenn man die Suchmaschine der Wahl bemüht, findet sie nur ein einziges BDSM-Symbol: das Peitschenrad. Das Peitschenrad wird von außenstehenden Personen als harmlose Triskele verstanden. Eingeweihte Kenner des BDSM erkennen daran sofort eine gleich gesinnte Person.

Das Peitschenrad entwickelte sich aus einem anderen Symbol: Der Ring der O. Dieser wurde im Roman „Geschichte der O“ ausgewählt, um als öffentlich sichtbares Zeichen der Unterwerfung zu dienen. Der Ring der O wurde zu einer Designvorlage bei BDSM Artikeln, wobei die Tatsache, dass (irgendein) Ring vorhangen ist, eine größere Rolle spielt.

Diese Ringe „waren sonderbare Eisenringe, innen mit Gold gerandet; der breite, schwere Reif, ähnlich der Fassung eines Siegelrings, aber hochgewölbt, trug in Nielloarbeit ein goldenes Rad mit drei Speichen, die spiralenförmig gebogen waren, wie beim Sonnenrad der Kelten.“ „Pauline Réage“: „Geschichte der O“

 
 
BDSM submissive Frau kniet

Die Symbolik des Rings war eine ganz andere als heute. Im Buch wurde er nur devoten Sklavinnen gegeben. Diese mussten sich jedem, der die Bedeutung kannte, unterwerfen und sexuell zur Verfügung stehen. In der ersten Verfilmung des Buchs wurde der Ring abgewandelt dargestellt. Es war ein Bandring, an dem an einer kleinen Kugel ein beweglicher kleinerer Ring befestigt war.

Dieses Aussehen hat der Ring 45 Jahre nach der Verfilmung immer noch und wird von den dem BDSM zugeneigten Personen getragen.

Der „Ring der O“ wird allerdings zunehmend von szenefremden Personen als reines Accessoire getragen. Damit kann man sich nicht mehr sicher sein, ob es sich beim Gegenüber um eine eingeweihte Person oder sich bei diesem Ring um eine Modeerscheinung handelt.

Als dominante Person trägt man den Ring auf der rechten Seite (damit er an der Schlaghand nicht versehentlich Verletzungen verursacht!) und die submissive Person trägt ihn an der rechten Hand.

Switcher können ihn an beiden Händen tragen. Wenn die dominante Person Linkshänder/in ist, trägt sie ihn natürlich auf der rechten Hand.

Ring der o

Das Peitschenrad – das weltweit anerkannte Symbol des BDSM

Der Ring der O hat wurde über die Jahre zu einem BDSM Symbol weiterentwickelt. Im „Emblem Project„, das 1994 in einem AOL Forum entstand, kam der User Quagmyr auf die Idee, ein unauffälliges und nur der Subkultur bekanntes Symbol zu entwerfen.

Gegen Ende 1994 entwickelte sich in diesem Forum eine Diskussion über ein BDSM-Symbol aus dieser Reihe von Fragen: Wie viele sind wirklich unter den Mitmenschen? Wie viele konnten es sich aus der Angst vor Repressalien nicht leisten, über ihr BDSM-Leben zu sprechen? Wäre es möglich, sich auf freundliche und nicht trollende Weise zu erkennen? Gab es vielleicht ein Symbol, das getragen werden konnten, um sich miteinander zu identifizieren, ohne dass es jemand in der oft feindlichen Vanille-Welt mitbekam? Quagmyr spann die Idee weiter und hat dafür einige Richtlinien erstellt.

 
 

Das BDSM-Symbol:

– wurde noch nicht oder wird nicht von Teenagern, Bikern oder Heavy Metal Fans verwendet.

– soll subtil und diskret sein, sodass man es unauffällig in der Öffentlichkeit tragen konnte.

– musste unverwechselbar und auf den ersten Blick zu erkennen sein.

 
 
BDSMblem Petischenrad

Nach vielen Überlegungen, Recherchen und Klagen wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen fand Quagmyr schlussendlich zum heute bekannten und weltweit anerkannten BDSM-Symbol – dem Peitschenrad. Er besteht darauf, dass das Peitschenrad auf gar keinen Fall eine keltische Triskele ist.

Gegen Ende März 1995 wurden die ersten Prototypen für Anstecker und Anhänger hergestellt. Erst der dritte Anlauf gelang, da die Prägefirma zwei falsche Versionen lieferte. Im Mai 1995 verkaufte Quagmyr so viele Pins, dass er immer gerade genug auf Vorrat hatte, um die Bestellungen abzuarbeiten.

Ende 1997 wurden so viele Pins verkauft, dass die Serie um Schlüsseletiketten, Geldklammern, Schmuckstücke aus Silber und Gold erweitert wurde. Im deutschsprachigen Raum ist das BDSMblem besser als Peitschenrad bekannt.

Wie sieht das echte Peitschenrad aus?

Die drei Abteilungen veranschaulichen jeweils drei Teile des BDSM. B&D, D&S und S&M. Auch das die drei Verhaltensregeln werden repräsentiert: safe, sane, consensiual (sicher, gesund, einvernehmlich). Die dritte Bedeutung: Top, Bottom und Switcher.

Die Ähnlichkeit zum Yin und Yang Symbol ist absichtlich. Die gebogenen Umrisse stellen das Ende und den Anfang dar. Ebenso schwer abzugrenzen sind die drei Teile des BDSM: B&D, D&S und S&M

Die geschwungenen Linien stellen einen Peitschenschwung oder einen Arm beim erotischen Spankings dar.

Der Kreis schlussendlich steht für die übergeordnete Einheit und die Gemeinschaft, die sich selbst beschützt.

 
 

Die Oberfläche muss Metall repräsentieren: Silber, Gold oder Eisen.

Die Speichen und der Ring müssen gleich breit sein.

Die Felder müssen schwarz sein.

Die drei Löcher müssen richtige Löcher und dürfen keine Punkte sein.

Collars und Halsbänder

Etwas auffälliger sind die Collars aus unserem Shop!

Links und Quellenangaben:

Emblem Project