Fetisch & BDSM | Tipps & Tricks #SEXWISSEN

Was bedeutet eigentlich …

10. März 2021
Frau mit Brille vor Büchern

Hier findest du viele Begriffe rund um BDSM und Fetische. Da Fetischismus ein sehr weit gefasster Begriff ist, erläutern wir ihn hier etwas näher, ohne zu ausschweifend zu werden und halten uns an den wissenschaftlichen Begriff. Näheres dazu findest du auf Wikipedia.

Rein wissenschaftlich nach den ICD-10-GM (das ist eine Klassifizierung zur näheren Bezeichnung einzelner Krankheiten oder Krankheitsbilder) findest du folgendes:

F65.0 Fetischismus
Gebrauch toter Objekte als Stimuli für die sexuelle Erregung und Befriedigung. Viele Fetische stellen eine Erweiterung des menschlichen Körpers dar, z.B. Kleidungsstücke oder Schuhwerk. Andere gebräuchliche Beispiele sind Gegenstände aus Gummi, Plastik oder Leder. Die Fetischobjekte haben individuell wechselnde Bedeutung. In einigen Fällen dienen sie lediglich der Verstärkung der auf üblichem Wege erreichten sexuellen Erregung (z.B. wenn der Partner ein bestimmtes Kleidungsstück tragen soll).  ICD 10

Umgangssprachlich wird der Begriff Fetisch weiter gefasst. Deswegen gehören alle Begriffe in dieser Aufstellung auf eine gewisse Art zu den Fetischen. Es gibt Fetische rund um bestimmte Dessous, Kleidung, Körperteile, Körpermerkmale, Gegenstände, Orte, bestimmte Personen, bestimmte Gefühle, Gerüche, Geschmäcker, Töne, Farben und noch viel mehr. Zu dieser Aufstellung fehlen also noch Praktiken und Aktionen (welche alle auch zu den Fetischen gehören!).

Erklärung der Praktiken

Analkoitus, der Name ist selbsterklärend. Wichtig sind Geduld, eine Analdusche und Gleitgel.
Anilingus: Hier wird der Anus mit dem Mund verwöhnt.
Bukkake: Hier steht die Frau im Mittelpunkt. Bukkake bedeutet, dass eine Gruppe von Männern auf die Frau ejakuliert. Dabei findet kein Geschlechtsverkehr oder Körperkontakt statt. Als Ziel können alle erdenklichen Stellen am Körper festgelegt werden.
Cunnilingus: die äußeren Geschlechtsorgane der Frau werden mit dem Mund stimuliert.
Deepthroat: Bei dieser Technik wird der Penis vollständig vom Mund aufgenommen.

Dirty Talk: Man verwendet „schmutzige“ Wörter vor oder während des Aktes.
Fellatio: Der Penis wird mit dem Mund verwöhnt.
Fisten oder Fausten, anal oder vaginal: Zur Penetration wird die ganze Faust verwendet.
Gangbang: Gruppensex.Hier sind mehr als zwei Personen am Sex beteiligt.
Onanieren oder Masturbieren: Selbstbefriedigung.
Oralverkehr: Das Geschlechtsteil des Gegenübers wird mit dem Mund verwöhnt.
Tribadismus: das Reiben einer Vagina an einem Gegenstand oder einer anderen Vagina

sexy Schuhe und Dessous

Praktiken im DS-Bereich vom BDSM

24/7: der passive Teil richtet 24 Stunden von 7 Tagen sein Leben nach den Wünschen des aktiven Teil. Er steht jederzeit zur Verfügung.
Angstspiele: Hier wird mit den Ängsten des passiven Parts Gespielt. Indem der Aktive der „Retter in der Not“ ist, verstärkt sich die Bindung.
Beschämung: dazu gehört die Nackthaltung, wobei der passive Teil nackt ist, obwohl er dies nicht möchte.
Bestrafung: Das ist ein gutes Beispiel, wie fließend die Grenzen im BDSM sind. Es kann psychisch ebenso wie physisch mit zum Beispiel Peitschen bestraft werden.
CFNM: Bekleidete Frau und nackter Mann. Auf Events oder Parties herrschen oft diese Kleiderregeln.
CMNF: Bekleideter Mann und nackte Frau.

♡ CIS oder TPE: Complete and Irrevocable Submission oder Total Power Exchange. Die vollständige und unwiderrufliche Unterwerfung. Bei dieser Konstellation wird der Metakonsens aufgehoben und die Praktik ist in der BDSM-Szene höchst umstritten.
♡ Cuckold: Unter Cuckolding versteht man , dass ein Mann beim Sex seiner Frau mit einem dritten Mann Lust empfindet. Oft wird ein Cuckold keusch gehalten. Das weibliche Pendant zum Cuckold ist die Cuckquean.
♡ Daddy Dom / Little Girl: Hier übernimmt der aktive Teil die Rolle des fürsorgenden, aber oft strengen Daddys, während der passive Part die Rolle des unmündigen Kindes übernimmt. Bei dieser Spielart sind ausschließlich Erwachsene beteiligt.
♡ Demütigung: Viele Menschen erleben Lust, wenn sie demütigen oder Demütigungen erfahren.

♡ Disziplin: Dazu gehört, dass der Bottom Disziplin entwickeln muss, um seine eigenen Grenzen zu erfahren und zu erweitern. Falls der Bottom die befohlene Disziplin nicht einhält, wird er diszipliniert – entweder physisch oder psychisch.
♡ EPE . Erotic Power Exchange: Bei dieser Spielart hat der Top das Recht, die Sexualität des Bottom zu übernehmen.
♡ Facesitting: Meist sitzt der aktive Part direkt auf dem Gesicht des passiven Parts.
♡ Fernerziehung: Der Bottom wird aus der Ferne überwacht und gegebenenfalls diszipliniert. Er muss dabei zum Beispiel Aufgaben, die er zu erledigen hat, dokumentieren und das Ergebnis per Mail an den Top versendet.

FLR: Female Led Relationship: In dieser Beziehung hat die Frau das Sagen und bestimmt über die Aktionen des Mannes.
♡ Forced Bi: Eine heterosexuelle Person wird kurzzeitig zu bisexuellen Handlungen gebracht.
Herrengriff: Hier greift der Mann zwischen die Beine der Frau, um deren Erregungsgrad festzustellen.
♡ Objektifizierung: Hier wird der Submissive Mensch zum Beispiel zu einem lebenden Möbelstück gemacht. Er kann beispielsweise als Tisch oder Fußablage dienen.
♡ Petplay: Bei diesem Spiel verhalten sich Menschen als (Haus-)Tier oder als Petowner.
Putzdienste können auch nackt erfolgen.
♡ Nackengriff: Er dient dazu, Dominanz darzustellen. Er kann unauffällig in der Öffentlichkeit erfolgen, um den Submissiven Part an seine Rolle zu errinern.
♡ Menschlicher Aschenbecher: Wie der Name sagt, dient der Submissive Teil als Aschenbecher.
Rollenspiele sind im BDSM sehr beliebt, dabei geht es meistens um das Machtgefälle.

 
 
sexy Frau mit Handschellen

♡ Strafbuch: Um die Disziplin besser einhalten zu können, werden Verfehlungen und passende Strafen in einem Strafbuch dokumentiert.
♡ Zwangsorgasmus: Besonders erniedrigend ist ein Zwangsorgasmus dann, wenn der Bottom eigentlich kein Bedürfnis nach Sex hat. Der aktive Teil zeigt so, dass er die vollständige Macht auch über die Körperfunktionen des Passiven hat.

Weiter geht es mit Praktiken, die hauptsächlich im SM-Bereich von BDSM vorkommen und niemals von Anfängern durchgeführt werden dürfen, da es zu schweren Verletzungen kommen kann.

Junges Paar erotisches Spiel mit Handschellen

Abrasion: die Haut wird oberflächig abgeschabt, um sie sehr empfindlich zu machen.
Atemkontrolle: sie kann sehr gefährlich sein, wenn sie von unerfahrenen Menschen ausgeübt wird. Hustenanfälle und geplatzte Äderchen sind noch die harmlosen Nebenwirkungen, zu den ernsten Nebenwirkungen gehören irreversible Hirnschädigung, Schlaganfall, Herzinfarkt. Deswegen raten wir unbedingt davon ab.
Aufspritzen: Unter die Haut wird Kochsalzlösung gespritzt.
Auspeitschen: es werden richtige Peitschen verwendet. Dabei kann ganz zart oder bis zum Blut gepeitscht werden.
Ballbusting: Der Aktive tritt dem passiven Mann heftig in die Hoden.
Bastonade: Die Fußsohlen werden geschlagen.

♡ Branding: Die Haut wird mit verschiedenen Gegenständen kleinflächig verbrannt.
♡ Cold Caning:
Schlagen mit Rohrstöcken ohne die Haut vorher aufzuwärmen (um Blutergüsse zu verringern.)
♡ Cutting:
Schneiden mit Messern, Rasierklingen oder ähnlichen scharfen Gegenständen.
♡ Edging:
Der passive Part wird fast zum Orgasmus gebracht, aber kurz davor hört der Aktive mit der Stimulation auf. Bei dieser Praktik kommt es sehr leicht zu einem heftigen Subdrop.
♡ Englische Erziehung:
Ein Rollenspiel, bei dem Spanking im Mittelpunkt steht. ♡ Ertränkungsspiele: Auf keinen Fall dürfen Neulinge und unerfahrene Menschen diese Praktik durchführen. Es bestehen dieselben Risiken wie bei der Atemkontrolle.
♡ Figging: Das Einführen einer geschälten und zurechtgeschnittenen Ingwerknolle in den Anus oder die Vagina.
♡ Folterspiele: Der passive Part wird mehr oder weniger „gefoltert“. Das kann mit Kitzeln anfangen und hört bei schweren Verletzungen auf.
♡ Infibulation: Die Geschlechtsöffnungen werden verschlossen, um Geschlechtsverkehr und Masturbation zu verhindern.

Natürlich ist diese Liste alles andere als vollständig, gibt aber einen Überblick über die gängigsten Begriffe und Praktiken. Wichtig ist, dass BDSM immer safe, sane und consensual geschieht (sicher, bei klarem Bewußtsein und einvernehmlich).