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Kann man online Erotik Shops trauen?

2. Mai 2021
Frau in Dessous sitzt mit Laptop auf einem Bett

Heute geht es einmal nicht um Sexpraktiken, BDSM oder neue Produkte. Heute möchte ich über unsere Branche berichten und dich vor Fehlkäufen und Fakeshops bewahren.

Die Erotikbranche wächst nämlich seit Jahren schier unaufhaltsam. Das trifft besonders auf Erotik-Shops im Internet zu. Laut dem größten Onlinehändler in der Schweiz sind die Artikel, die am häufigsten online gekauft werden, Kondome, Gleitmittel, Vibratoren, Analtoys und Masturbatoren. Es wurde dabei der Zeitraum vom 1. April 2020 bis 31.März 2021 mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres verglichen. Doch im gleichen Maß, wie die Branche wächst, sprießen auch Fakeshops im Internet. Deswegen möchte ich hier kurz erklären, woran man einen vertrauenswürdigen Erotik-Shop im WWW erkennt.

Woran erkennt man seriöse online Erotik-Shops?

Es gibt einige Punkte, mit denen man erkennen kann, ob es sich bei einem Erotik-Shop um einen Fakeshop handelt. (Das meiste gilt übrigens auch für andere Branchen!)

Vollständiges Impressum von X-Erotik.de

Hilfreich ist ein Blick auf das Impressum eines Erotik-Shops. An dieser Stelle sollte auch der Name der Person stehen, die für den Inhalt der Seite verantwortlich ist. Je mehr Infos auf dieser, von jeder Seite mit maximal zwei Klicks zu erreichenden Seite stehen, umso besser. Firmenname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Handelsregisternummer und Umsatzsteuer-ID.

Gerade in einem datenrechtlich  so sensiblen Bereich, der weit in die Privatsphäre eines Users reicht, ist es wichtig, dass ein vollständiges Impressum vorhanden ist.

Die meisten Erotikshops setzen sogenannte Cookies ein, mit denen sich Daten der Nutzer*innen sammeln lassen. Wenn du willst, dass diese Daten in der Datenbank gelöscht werden, wirf einen Blick ins Impressum und schreib den Betreiber an. Du kannst das Impressum durch eine schnelle Internetrecherche überprüfen – bei Fakeshops findest du meistens schon Warnungen dazu.

Die Handelsregisternummer und die USt-ID lassen sich ebenfalls leicht überprüfen. 

Bei einem Erotik-Blog, der ernst genommen werden will, kommt zu einem vollständigen Impressum noch etwas anderes dazu. Gibt es einen glaubwürdigen Hintergrund? Bei gesundheitlich relevanten Informationen ist es auch gut zu wissen, woher die dort verbreiteten Informationen stammen. Ein Blog einer Universität oder eines online Shops ist natürlich glaubwürdiger als ein privater ohne Impressum oder nähere Informationen.

Qualität braucht keine Übertreibungen

Auch bei einem Erotik-Shop spielt es eine Rolle, wie die Texte verfasst sind. Klar, dass in einem Shop Artikel möglichst ansprechend beschrieben werden. Doch wenn ein Produkt als „bester Vibrator am Markt“ oder als „schönster BH“ beschrieben wird, ist Vorsicht angesagt – solche Superlative sind nicht seriös. Texte, die vor Fehler nur so strotzen und mit einem Übersetzungsprogramm generiert wurden, dürfen nicht vorhanden sein. Gerade auf der Webpräsenz eines Erotik-Shops spielt Seriosität und Glaubwürdigkeit eine große Rolle – es geht hier um Hygieneartikel, für die aus gutem Grund strenge Vorschriften gelten.

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Sind die Texte so geschrieben, als hätte sie einer der fabelhaften Markschreier vom Hamburger Fischmarkt verfasst? Doch für einen Erotik-Shop wäre dieser Stil doch etwas unpassend. Wer es nötig hat, seine Ware in einem Erotikshop auf diese Weise anzupreisen, der hat wahrscheinlich keine gute Ware (wobei das bitte NICHT auf Marktschreier zutrifft!) – gute Ware spricht für sich.

Die Technik macht den Unterschied

Eine Webseite, auf der Ware verkauft werden soll, muss professionell sein. Wenn die Technik veraltet ist, Teile der Seite nicht richtig funktionieren, inhaltliche Fehler auftreten, spricht das nicht für einen sorgfältigen Umgang mit dem Geschäftsauftritt. Wie das mit dem Umgang mit der Ware, der Vertraulichkeit der Daten und so weiter ist, muss nicht erwähnt werden.

Wenn auf der Seite Links vorhanden sind: Passen sie thematisch zur Seite? Gibt es Backlinks von anderen Seiten? Ist die gesamte Seite eine große Linksammlung? Gibt es Werbeeinblendungen? Wenn auf einem Erotik-Blog Werbung zu sehen ist, geht es nicht um das persönliche Interesse, sondern nur um das Geld, das möglicherweise mit der Werbung verdient werden kann. 

Beginnt die Seite mit https? Ganz kurz gesagt: Die Übertragung der Daten zwischen dir und der Webseite erfolgt verschlüsselt.

Hygieneprodukte und Heilsversprechen

Wenn bei Seiten über medizinische Behandlungen nur eine einzige als die richtige erwähnt, die anderen nicht objektiv beschrieben oder komplett weggelassen werden, spricht das ebenfalls nicht für die Seriosität einer Seite

Das auf der Webseite eines Erotik-Shops eher weniger über wissenschaftlich fundierte Quellen berichtet werden wird, ist klar. Aber wenn eine Seite versucht, diese zu widerlegen oder davon abzuraten: Weiterklicken.

Wenn bei den Salben, Ölen und Pillen in einem Erotik-Shop Heilsversprechen gemacht werden, Formulierungen wie nebenwirkungsfrei, 100%ige Wirkung oder andere Dinge versprochen werden – das wird kein seriöser Händler machen. Wie oben schon erwähnt: Erotik-Shops handeln mit Hygieneartikeln. Deswegen müssen sie einwandfreie Informationen liefern. Bei Flüssigkeiten muss außerdem der Literpreis angegeben werden.

Übrigens: Falls in einem Online-Shop Vorauskasse oder eine Überweisung ins Ausland verlangt wird und du ihn nicht kennst: Irgendwo oben auf deinem Bildschirm ist ein kleines x. Drück drauf und verlass die Seite. Oftmals sieht man das Geld nie wieder. Ein gutes Zeichen ist allerdings, wenn Kauf auf Rechnung angeboten wird.

Zusammenfassung der Merkmale eines vertrauenswürdigen Erotik-Shops

  • Werden Superlative verwendet?
  • Sind die Text fehlerfrei?
  • Sind die Artikelbeschreibungen übertrieben?
  • Wirkt der Webauftritt professionell?
  • Ist die Seite https verschlüsselt?
  • Gibt es sehr viele Links zu branchenfremden Seiten?
  • Sind Werbeeinblendungen zu sehen?
  • Gibt es Heilsversprechen?
  • Wird Vorkasse oder eine Zahlung ins Ausland verlangt?