Fetisch & BDSM | Tipps & Tricks #SEXWISSEN

Domme oder Domina? Dom oder Dominus?

30. Januar 2021

Jetzt wird es noch schwieriger, denn je nach Sprache haben diese Wörter unterschiedliche Bedeutungen. Fangen wir mit Latein an, der Mutter aller Sprachen. Hier bedeutet Domina oder Dominus schlicht Frau (Hausherrin) oder Mann (Hausherr). Mit BDSM oder Sex oder Prostitution hatten diese Begriffe nichts zu tun. Das Freudenmädchen wurde nämlich mit meretix (die, die Geld verdient) gerufen.

Domme, Dom, Domina, Dominus, Sklavia

Zurück zur heutigen Bedeutung. Im englischsprachigen Raum war Begriff Domina ein Titel, der Frauen verliehen wurdet die eine Baronie besaß.

Ein Dominus hingegen war ein Mann, der einen kirchlichen oder akademischen Titel vorweisen konnte. Die Universität von Camebridge vergibt heute den Titel Domina an Frauen, die zwar einen Bachelor of Arts-Abschluss haben, aber keinen Master-Abschluss vorweisen können.

Im deutschsprachigen Raum sieht die Sache etwas anders aus. Hier ist eine Domina eine Frau, die gegen Bezahlung mehr oder weniger sadistische Handlungen ausführt. Zur Domina kann auch eine Sklavia gehören, die von ihr dominiert wird und die ihr hilfreich zur Seite steht. Das männliche Pendant wird Dominus genannt. Eine Domme oder ein Dom ist hingegen eine dominante Person im BDSM.

Wo arbeitet eine Domina?

Falls eine Domina Privatdomina ist, arbeitet sie höchstwahrscheinlich nicht in einem sogenannten Domina-Studio. Ein Dominastudio hat meist mehrere Räume, in denen unterschiedliche Vorlieben bedient werden können. Der weiße Raum wird für den Klinik-Sex verwendet, ist eher spartanisch eingerichtet, verfliest und daher leicht zu reinigen. Strenge Erziehung findet in schwarzen Räumen statt. Für Rollenspiele gibt es je nach Präferenz der Domina Erwachsenen-Kinderzimmer, Ställe für Pet Play oder ähnliches mehr.

Was macht eine Domina?

Lange Lederklatsche - mit Nieten

Das Prostitutionsgesetz gibt vor, dass die Arbeit einer Domina als Sexarbeit gilt. Dominas haben in der Regel keinen direkten Geschlechtsverkehr mit den Kunden, üben aber sexuelle Dienstleistungen aus. Zu den Dienstleistungen einer Domina gehören:

  • Abnahme von Beichten
  • Abstrafungen
  • CBT (cock and ball torture)
  • Domination (Führung, Beherrschung, Kontrolle)
  • Erniedrigungen
  • Face sitting (wörtlich „auf dem Gesicht sitzen“)
  • Fesselungen (Bondage)
  • Forced Bi (erzwungene Bisexualität)
  • Kitzeln (Tickler)
  • Rollenspiele(Age Play, Pet Play, Gender Play)
  • Spiele aus dem Klinikbereich (Dilatoren)
  • Prostatareizungen (Analdildos)
  • Verwirklichung von Fetischträumen
  • und vieles anderes mehr…

Wie wird man Domina?

Privatdominas gab es schon lange vor der Erfindung des Internets. BDSM und SM fanden versteckt und heimlich statt. Eine in der Materie erfahrene Person erkannte bestimmte Neigungen und lud die Person in die heimliche Parallelwelt ein. Dort wurden die Neulinge eingeführt und von Mentor/in mindestens drei Jahre lang ausgebildet. Auf der aktiven ebenso wie der passiven Seite.

Vor über hundert Jahren gab es in gehobenen Kreisen Privatdominas, die oft aus reichen und / oder adeligen Familien stammten. Sie boten ihre Dienste an, um ihre Neigungen ausleben zu können. Daneben wurde auch der Hauptberuf ausgeführt. Der Kontakt wurde über Empfehlungen hergestellt. Falls eine ältere Prostituierte nicht mehr im Beruf arbeiten wollte oder konnte, „zog sie sich die Stiefel an“ und verdiente als Stiefelfrau weiterhin Geld. Heute werden aber oft junge Dominas in Stiefeln als Stiefelfrau bezeichnet.

Unterschied zwischen Domina und Privatdomina

Eine Domina macht ihre Arbeit hauptberuflich und ist als eigenständige Unternehmerin nach dem Prostituierten-Schutzgesetz angemeldet. Sie ist zu den Öffnungszeiten des Studios anwesend. Sie kann Termine ausmachen oder spontan Gäste empfangen.

Privatdominas sind niemals spontan besuchbar. Sie haben hauptsächlich Stammgäste, um die eigene Sexualität auszuleben. Sie machen keine Werbung, da sie weiterempfohlen werden. Sie haben entweder ein Studio in den Privaträumlichkeiten, kommen zu Besuch nach Hause, mieten passende Räumlichkeiten für Sessions an. Sie sind nur für den vorher abgemachten Termin anwesend. Es wird nur ein Termin pro Tag vereinbart, um auf besondere Wünsche eingehen zu können. Zwischen den Terminen sind sie Verbündete auf Augenhöhe, die oft mehr als Ehepartner/innen wissen. Dieses freundschaftliche Verhältnis gibt es nur in der klassischen Privatdominanz.

Habt ihr Lust auf strenge Bestrafung?

Peitschen. Fesseln. Elektrosex.