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Wissenswertes über BDSM

6. Januar 2021
BDSM

Was bedeutet eigentlich das Akronym BDSM?

Diese Buchstaben sind eine Abkürzung für mehrere Begriffe, die im Wort BDSM zusammengefasst werden.

B & D = Bondage und Disziplin

D & S = Domination und Submission

S & M = Sadismus und Masochismus

Diese Dreiereinheit spiegelt sich im BDSM-Emblem, einer Triskele in einem Kreis, wider. Das Zeichen wurde als dezentes Erkennungsmerkmal entworfen und das BDSM-Emblem wird spätestens seit 2000 in den unterschiedlichen Varianten als Schmuckstück angeboten.

Safe, sane, consensual oder doch lieber RACK?

Eines vorweg: BDSM geschieht immer auf freiwilliger Basis. Um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, basiert BDSM auf: safe, sane, consensual ( SSC oder sicher, vernünftig, einvernehmlich). Ein zweites Konzept beruht auf risk-aware consensual kink (RACK). Bei diesem Konzept steht die Einvernehmlichkeit im Vordergrund, während in hohem Maß auf die Eigenverantwortung und die Risikobereitschaft aller Beteiligten gesetzt wird.

„Nein“ ist kein Safeword!

Um ein sicheres, vernünftiges und einvernehmliches erotisches Erlebnis zu haben, empfiehlt es sich, ein sogenanntes Safeword zu verwenden. Dieses ist quasi die Not-Aus-Taste im BDSM. So kann der Bottom (aber auch der Top!) mitteilen, dass in der aktuellen Situation sofort etwas geändert werden muss. Sei es, dass man die Beine nicht mehr spürt, es zu einer Verletzung gekommen ist oder das Seil reißt. Bei dem Fallen des Safewords MUSS sofort gehandelt werden! Nur so bleibt das Vertrauen in den Partner weiter aufrecht.

Als Safeword werden Wörter verwendet, die im normalen Sprachgebrauch nicht auftauchen oder unmöglich mit der erotischen Situation etwas zu tun haben können. Himbeertorte, Kettensäge, was auch immer. International bekannt ist übrigens das Safeword „Mayday„. Da ein „Nein“ öfter fällt (zum Beispiel „nein, hör nicht auf“) eignet es sich nicht als Safeword. Falls einer der Spielpartner gerade nicht sprechen kann, weil ein Knebel eine verständliche Artikulation verhindert, können Gesten ausgemacht werden. Klopfzeichen, mit den Händen wedeln, ein Glöckchen, das die ganze Zeit in der Hand gehalten werden muss, fallen lassen… Hauptsache, man kann sich deutlich bemerkbar machen.

Was ist Bondage und wozu dient es?

Mit Bondage werden Praktiken zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit bezeichnet. Meist ist das Ziel, sexuelle Stimulation zu bieten, Bondage wird aber oft aus ästhetischen Gründen eingesetzt. Im BDSM kann Bondage als einzige Praktik oder in Kombination mit anderen Praktiken ausgeübt werden. Innerhalb des Bondage spielen oft Sexualität und Erotik eine große Rolle, aber auch Ästhetik, Empfindung und Konzentration können das Ziel sein.

Durch die Fesselung oder Fixierung des Partners wird wie in allen Formen des BDSM die Gleichberechtigung zwischen den Beteiligten aufgehoben. Der Aktive (Rigger oder allgemeiner auch als Top bezeichnet) fesselt das Bunny oder den Bottom. Auf diese Weise erfolgt eine Machtübertragung innerhalb der Bondage-Session (der Zeitraum, in dem die Fesselung stattfindet). Nur durch die Einvernehmlichkeit und Einwilligung in eine erotische Fesselung unterscheidet sich Bondage von einer Straftat wie zum Beispiel Freiheitsberaubung oder sexuelle Nötigung.

Arten des Bondage:

  • Zweckbondage dient rein der Fesselung oder Fixierung des Partners, um ihn bewegungsunfähig zu machen.
  • Zierbondage wird aufwendig angelegt und die Seile dienen als dekoratives Element für zum Beispiel Fotografien.
  • Folterbondage kann als Strafe oder eigenständiges Element eingesetzt werden.
  • Meditatives Bondage ist im europäischen Raum noch selten zu finden. Im Mittelpunkt steht im sogenannten Shibari der geistige Zustand des Bunnies. Shibari oder Japan-Bondage hat sich aus der traditionellen japanischen polizeilichen/militärischen Fesseltechnik Hojōjutsu entwickelt.
Bondage Seile in rot an den Händen einer jungen Frau
Es gibt unterschiedliche Techniken, um Körper oder Körperteile mit Seilen oder anderen Dingen bewegungsunfähig zu machen. Im Bondage werden auch Handschellen, Ketten, Lederfesseln, Knebel, Masken und Korsetts eingesetzt.

Da es bei einer unsachgemäßen Fesselung oder einem Hängebondage sehr schnell zu schwerwiegenden und bleibenden Verletzungen führt, sollten Sie sich gründlich darüber informieren, wie und wo man gefahrlos fesseln kann. Als Standardwerke im BDSM und im besonderen im Bondage können wir Ihnen die Bücher von Matthias T. J. Grimme (https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_T._J._Grimme) empfehlen Der „Drachenmann“ ist einer der wenigen nicht-japanischen Fesselkünstler, die bei japanischen Events auftreten durften. Bei seinen Aufenthalten in Japan lernte er unter anderem Osada Steve (https://osadasteve.com/), Osada Eikichi Sensei (http://osadasteve.com/osada-eikichi-senseis-profile_en.html) und etliche andere Fesselkünstler kennen. In Deutschland gründete unter anderem die „Hamburger Schule“, die im spielerischen Umgang mit dem Seil den Fokus auf die gemeinsame Kommunikation mittels Seilen legt.

Disziplin, Strafe und Belohnung

sexy junge Frau mit nacktem Oberkörper hinter Gittern und in Handschellen
Im BDSM soll das Verhalten des Bottoms mittels Disziplin verändert werden. Der Top setzt Regeln auf, denen der devote Partner gehorchen „muss“. Falls das erwartete Verhalten nicht eintritt, wird der Bottom diszipliniert. Das kann mit Strafarbeiten ebenso wie mit körperlichen oder psychischen Strafen geschehen. Regeln können auch dazu dienen, Subs an ihren minderwertigen Status zu erinnern oder ein Anfänger-Sub zu trainieren. Die Bestrafung hängt im Allgemeinen mit dem Fehler zusammen und ist im meist proportional zur Schwere und Häufigkeit des Vergehens.

Disziplinierungen dürfen nicht mit Sadismus verwechselt werden. Im Gegensatz zum Sadismus sind Strafen und Disziplinierung eine Reaktion auf Verstöße gegen bestehende Regeln oder für das Missfallen des dominanten Teils. Bestrafung wird im BDSM als notwendiges Übel angesehen, da ein Sub ohne sie Fehler wiederholen und sich als Sub nicht verbessern kann. BDSM-Bestrafung ist auch kein erzwungener Missbrauch – ein Sub muss dem Top die vorherige Erlaubnis zur Bestrafung geben. Die Bestrafung sollte auch nicht mit dem BDSM-Training verwechselt werden, bei dem Schmerzen nur zur Erhöhung der Ausdauergrenze des Subs auftreten können. Manchmal kann man durch Disziplin eine Bestrafung komplett vermeiden, denn oft genügt ein strenger Blick oder eine laute Stimme. Bestraft wird auf unterschiedliche Weise, gerne werden dazu Peitschen genommen. Im Gegensatz zu Strafen kann Disziplinierung auch positive Verstärkung sein. Diese beinhaltet die Belohnung des Subs für gutes Benehmen.

Schlanke Dame in einem schwarzen Oberall mit einer Peitsche in den Händen

Dominanz und Submission

Das Prinzip von Dominanz und Unterwerfung beruht auch bei dieser Spielart des BDSM auf Freiwilligkeit. Nur wenn der submissive Part über eventuelle Dominierungsversuche Bescheid weiß und hier auch dazu einwilligt (consensual), ist es BDSM. Menschen, die andere Menschen ohne deren Wissen oder Einwilligung dominieren, handeln übergriffig und missbrauchen den Submissiven. Deswegen ist in einer BDSM-Beziehung immer der Submissive der Teil, der das Ruder in den Händen hält und nur das zulässt, was er auch möchte. Gerade bei DS-Beziehungen ist es wichtig, dass die Regeln von safe, sane and consensual eingehalten werden. In einer DS-Beziehung können die Grenzen zwischen gewünschter Dominanz und psychischem / physischem Missbrauch schnell überschritten werden, denn der Submissive Teil kann schnell in ein Abhängigkeitsverhältnis geraten. Deswegen ist es wichtig, dass der dominante Part sich seiner Verantwortung voll und ganz bewusst ist, die er übernommen hat. Als Zeichen, dass ein Sub zu jemandem gehört, werden sehr gerne Collars verliehen.

Sadismus und Masochismus

Der Sasismus wurde nach Donatien Alphonse François Marquis de Sade benannt (https://de.wikipedia.org/wiki/Donatien_Alphonse_Fran%C3%A7ois_de_Sade). Er führte im 18.Jahrhundert ein sehr eigenwilliges und bewegtes Leben. Als er deswegen in der Bastille eingekerkert war, schrieb er seine ersten Bücher. Diese Spielart vom BDSM wird von „Stinos“ (stinknormalen Menschen ohne BDSM-Bezug) kaum verstanden. Ein Sadist ist jemand, der durch Zufügen von Schmerzen oder Demütigungen Lustgewinn erfährt. Bitte beachten: ein Sadist im BDSM ist nicht zwangsläufig im normalen Leben ein Sadist. Der Gegenspieler eines Sadisten ist der Masochist. Dieser erfährt durch Schmerzen, seltener durch Demütigung Lust. Das beruht unter anderem darauf, dass bei Schmerzen körpereigene Endocannabinoide ausgeschüttet werden, die mit dem Runner`s High verglichen werden können.

Subspace oder Fliegen

Durch die Ausschüttung von ungewohnten und übermäßig ausgeschütteten körpereigenen Opioiden, Adrenalin und ähnlichem wird ein trance-ähnlicher Zustand bezeichnet, der in einer Session auftreten kann. Am Subspace ist neben den körperlichen Anteilen zu einem großen Teil der Psyche beteiligt.

Dropdown und Aftercare

Bei allen Praktiken des BDSM werden unterschiedliche Hormone ausgeschüttet. Nach einer Session stoppt die Produktion der Botenstoffe. Deswegen können Subs (aber auch Tops!) einen „Absturz“ haben. Dieser beruht auf der nunmehr eingetretenen „Leere“ und dem Fehlen der zuvor übermäßig ausgeschütteten Hormone wie Dopamin und, Serotonin. Bei einem „Drop Down“ hilft es, wenn (möglichst der Spielpartner) anwesend ist und sich um die „Aftercare“ kümmert. Das kann mit Umarmungen, Streicheln, einer warmen Decke, Versorgung von Wunden und allem, was dem Sub guttut, geschehen. Ein Drop kann je nach Intensität des Erlebens mehrere Tage anhalten.

Weiterführende Links:

https://www.daten-schlag.org/papiertiger/frameindex.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Sklavenzentrale 


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